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Creepypasta

Ich kann mich an nicht viel von meiner Vergangenheit erinnern. Die Gesichter meiner echten Eltern waren wie verblichene Masken in meinem Kopf und ich hatte nur ein paar Überreste meiner Kindheit: Namen ohne Gesichter und totale Finsternis. Als ich neun Jahre alt war, passierte meiner Familie etwas. Das Trauma davon saß so tief, dass es mich den Großteil meines Lebens vergessen ließ. Ich hatte nur noch den Fetzen einer Erinnerung, eine von

meinem besten Freund. Er war der Einzige, der mein ganzes Leben lang für mich da war.

Das war ein Fakt, fest in meinem Gedächtnis steckend, gemeinsam mit der Melodie einer Musikbox. Inmitten der schwarzen Löcher meiner Amnesie konnte ich einen flüchtigen Blick auf seine honigfarbenen Augen und sein mahagonifarbenes Haar werfen. Ich erinnerte mich an sein freundliches Lächeln… aber an nichts anderes. All der Rest verschwand in der Dunkelheit, so wie er.

Meine Erinnerungen begannen mit dem Waisenhaus, in dem ich gelandet war. Es kam mir vor, als ob ich dort geboren wäre. Dann kam ein Paar toller Eltern, Maddalena und Steven, die mich adoptierten und mir ein Gefühl gaben, welches ich vergessen hatte. Das warme Gefühl, eine Familie zu haben. Sie zogen mich in ihrem Haus groß, bis ich 15 Jahre alt war.

Meine Amnesie war Grund für Untersuchungen und psychologische Überprüfungen, die Jahr für Jahr langsam, aber sicher weniger wirkten. Es schien, als würde ich meine Erinnerungen nie zurückbekommen. Diese Tatsache ließ mich verzweifeln. Einerseits wollte ich wissen, was passiert war, aber andererseits... ein seltsames, beklemmendes Gefühl sagte mir, dass ich mir das nicht wünschen sollte. Offensichtlich hatte mein Trauma unangenehme Folgen.

Es war eine Art Paranoia, wie als ob ich von etwas verfolgt würde. Die Spezialisten sagten meinen Eltern, dass dies mit einer bestimmten Erinnerung zusammenhängen müsse, die ich ständig verdränge. Weder die Ursache noch das Geschehen waren jemals genau geklärt, denn trotz meiner Bemühungen konnte ich mich nicht darauf konzentrieren.

Ich hatte das Gefühl, beobachtet zu werden, nicht von Menschen, sondern von den Stofftieren in meinem Zimmer. Das war dumm, ich weiß. Am Anfang waren es nur Spielzeuge, aber immer wieder schienen mich ihre großen, runden Augen anzustarren. Seit ich klein war dachte ich, die Plüschtiere in meinem Zimmer seien lebendig, und manchmal versuchte ich es zu beweisen: Ich spähte vom Flur aus, bei angelehnter Tür, in mein Zimmer, wandte mich dann ab und drehte mich plötzlich wieder um und ließ sie nicht mehr aus den Augen, bis ich ein Brennen verspürte, weil ich nicht blinzelte.

Immer wieder waren es die Stofftiere, die mich anstarrten. Es sah fast so aus, als wollten sie mich testen, und ich konnte es nicht mehr ertragen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie ihre Köpfe bewegten und mir ihre kleinen Gesichter zuwandten. Zu anderen Zeiten machten sie Geräusche in meinem Zimmer. Das konnte natürlich nicht wahr sein. Warum

verfolgte mich dieser Gedanke? Warum hasste ich diese Stofftiere? Warum bin ich sie trotz allem nicht losgeworden? Ich hätte sie anderen Kindern schenken oder sie in den Müll werfen können. Eines Tages hatte ich es wirklich versucht, aber als ich eines von ihnen in den Arm nahm, hielt mich ein starkes Gefühl der Angst und des Schreckens davon ab. Am

Ende habe ich sie immer wieder an ihren Platz zurückgestellt, auf die Möbel, mein Bett und die Regale. Das führte dazu, dass ich Beruhigungsmittel nehmen musste. Es gab nur ein Stofftier, das ich nachts bei mir hatte. Trotz meines Alters konnte ich mich nicht von ihm trennen und spürte eine vertraute Zuneigung, die lange vor meiner Amnesie begann. Ich fand ihn in meinem Kleiderschrank im Waisenhaus und von da an waren wir unzertrennlich. Er war ein niedlicher Hase mit Ohren, die so lang waren wie er selbst. Auf der einen Seite war er rot und auf der anderen Seite karamellfarben. Er trug eine schwarze Weste, mit zwei langen Ärmeln, die bis zu seinen Fußspitzen hinunter hingen und einen eleganten Kragen, der an jeder Kante des Stoffes spitz zulief. Ein schwarzer Knopf saß in der Mitte und er trug eine schicke, berüschte Augenklappe über seinem kleinen linken Perlenauge. Es war komisch, aber er sah aus wie das einzige Stofftier, das harmlos war.

Seitdem ich klein war, würde ich unter die Decke kriechen und fast sofort inmitten der knirschenden alten Wände einschlafen. Und er schlief an meiner Seite, genau wie in dieser einen Nacht.

 

Ich stand still in der Dunkelheit, unfähig mich zu bewegen. Ich konnte nicht verstehen, wie ich hier gelandet war, umgeben nur von der Stille. Etwas Schleimiges packte mein Handgelenk und hielt mich so fest, dass sofortiger Schmerz durch mich schoss. Weiße Fingernägel drückten sich in mein Fleisch. Ich sah, wie sie durch meine Haut schnitten, mich bluten ließen. Ich schrie und weinte, aber ein Lachen ertönte und überschattete mein verzweifeltes Flehen.

„Sie gehört mir,“ flüsterte mir eine Stimme zu. Innerhalb des schwarzen Abgrunds der Dunkelheit erschienen zwei glänzende grüne Augen, ein paar Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. „Du bist mir nur ein Hindernis.” Er lachte, erfreut von meinem Schmerz, als er das Fleisch unter meinen Nägeln mit Nadeln stach.

Er ruinierte meinen Körper mit rostigen Werkzeugen… auf der anderen Seite sagte er, er würde mich reparieren.

Ich bemerkte eine offene Tür, das Einzige, was ich noch von der Dunkelheit unterscheiden konnte. Meine Sicht verschwamm durch die Schmerzen. Ich hatte einen flüchtigen Blick auf still stehende Menschen, die auf mich herunter starrten.

Das Bildnis der Tür kam näher, um mir die – trotz der Grimassen, die auf ihre Gesichter gepflastert waren - leeren Ausdrücke zu zeigen. Ich sah, dass sie keine realen Menschen waren. Sie waren Puppen, und mir wurde so schlecht, einfach nur weil ich sie ansah. Da war etwas an ihnen, das mir den Magen umdrehte. Vielleicht war es die außergewöhnliche und makabre Ähnlichkeit mit echten Menschen.

„Sie gehört mir!“

 

 

Damit wurde ich wach, meine Augen weit aufgerissen. Mein Herz klopfte so stark, dass ich es in meinem Kopf fühlen konnte. Ich stand auf und setzte mich prompt wieder hin, weil ich nicht richtig atmen konnte. Ich rieb meine Augen und realisierte, dass ich schwitzte. Der Hase fiel herunter, kopfüber landend. Ich lehnte mich zu ihm hinunter und setzte ihn zurück auf mein Bett. Meine Atmung wurde wieder normal, aber das Bild dieser Nadeln, dreckig mit Blut, und der fürchterlichen Puppen blieb in meinem Gedächtnis eingebrannt. Ich hatte noch nie solch einen Albtraum gehabt. Es hatte sich so real angefühlt.

Ich konnte noch immer diese Klauen, die Löcher in meine Haut bohrten, spüren, dennoch war ich erleichtert, dass ich aufgewacht war. Die Tür quietschte; es war meine Mutter, die den Raum betrat. Sobald sie mein erschöpftes Gesicht sah, wich das Lächeln aus ihrem.

„Schatz, geht es dir gut?“.

„Ja, ich hatte nur einen Albtraum. Jetzt ist alles in Ordnung“.

„Nun gut. Daisy ist dich besuchen gekommen, und ich habe ihr gesagt, dass sie auf dich im Wohnzimmer warten soll.“.

Damit kam ich aus dem Bett. Ich war schlecht angezogen und wollte nicht, dass meine beste Freundin mich so sehen musste. Während meine Mutter die Tür schloss, lief ich zu meinem Schrank hinüber und zog ein gewöhnliches Kleid heraus. In der Spanne von ein paar Minuten kam ich aus meinem Zimmer, ordentlich und fertig. In meiner Eile war ich außer Atem gekommen.

“Endlich!”, rief Daisy lächelnd aus.

 

Ich hatte sie in der Mittelschule getroffen und seitdem waren wir unzertrennlich. Sie war eine nette und großzügige Person; sie war immer willkommen in unserer Familie. Meine Eltern mochten ihre guten Manieren, aber was ich besonders an ihr mochte, war, dass sie nie nach meiner Vergangenheit fragte.
Ich konnte ihr über meine Amnesie in vollem Vertrauen erzählen. Der Tag war nett und sonnig, also legten wir uns in den Garten, unter einen alten Tupelo-Baum. Wir redeten, während wir uns im Schatten des Baumes von der Sonne schützten. Ich hatte ein paar Buntstifte und weißes Papier mitgebracht und wir fingen an zu malen. Daisy wurde sofort müde. Sie begann Gänseblümchen zu sammeln und steckte sie in ihren blonden geflochtenen Zopf, während sie über Luisa lästerte. Luisa lebte, um das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein. Während meine Freundin redete, hörte ich ihr zu und malte weiter, ohne vom Blatt aufzusehen.

„Wer ist das?“, fragte sie mich plötzlich, als sie die Zeichnung bemerkte.

Es war, als wäre ich in diesem Moment eingeschlafen. Ich blinzelte stark auf das Blatt hinab und war eher verwirrt, mehrere Zeichnungen von der gleichen Figur zu sehen.

„Ich weiß es nicht.“.

Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wer er war. Die deutlichste Zeichnung zeigte einen Mann, der eine schwarze Jacke mit einem extravaganten und voluminösen Pelz aus Fell auf den Schultern trug. Er hatte ein wunderschönes, fröhliches Lächeln und zwei gelbe Augen, die etwas von seinem Pony verdeckt waren. Er trug dunkle Kleidung, und in seiner Hand

hielt er eine Kiste, die wie eine Musikbox aussah.

„Vielleicht hab ich ihn in einem Illustrationsbuch gesehen.“.

„Oh, okay. Lass uns ein Eis essen“, sagte Daisy und wechselte das Thema der Konversation anscheinend nicht interessiert. „Ameisen kriechen mir unter den Rock!“.

 

In der gleichen Nacht hatte ich einen weiteren Albtraum, der schlimmer war als der davor. Ich träumte erneut von dieser dunklen Gestalt, die mich grauenvoll quälte und immer und immer wieder diesen einen Satz wiederholte: „Sie gehört mir.“

Ich wachte um 2 Uhr morgens auf, schwer atmend; ich rollte mich zusammen, mit meinem Rücken an die Wand gepresst.

Ich legte meine Hände über meine Augen und atmete tief durch.

„Es war ein Traum, nur ein Traum.“, flüsterte ich.

Dann schaute ich zu dem Hasen neben mir, der mich mit seinem schwarzen Auge zurück ansah und mit einem irritierten Blick warf ich ihn auf den Boden. Seit dem Moment in dem ich mit diesem Ding geschlafen hatte, waren meine Träume zu sinnlosen Albträumen geworden! Ich drehte mich um, um meine Beine auszuruhen, und in diesem Moment berührte ich etwas mit meinem Fuß. Ich hob meinen Blick und bemerkte eine Puppe, die auf meinem Bett saß. Zuerst fror ich in meiner Bewegung ein. Alles was ich tun konnte, war sie anzustarren; nicht verstehend wie sie dort aufgetaucht war. Ich dachte zurück an meine Eltern, welche mir sie als Geschenk gegeben hatten. Ich hatte nicht wirklich etwas für Puppen, und um ehrlich zu sein, ihre Anwesenheit in meinem Raum störte mich. Es war eine spezielle Puppe, aus Wachs gemacht, mit ungewöhnlichen Merkmalen. Sie hatte eine Kopfbedeckung aus Blumen, die ihr durch die Haare flossen, und nur einige Locken umrahmten ihre Wangen. Sie trug ein besticktes weißes Kleid aus Spitze, mit einem schwarzen Band um ihre Hüfte gebunden. Ihre Arme waren ungewöhnlich lang; sie hatte lange, sich ausdünnende Finger, die nicht normal waren.

Was den Großteil meiner Aufmerksamkeit einnahm, war eine Rose in der Mitte ihres Mundes, als ob sie da war, um die Puppe zum Schweigen zu bringen. Ich sah sie mir genauer an und betrachtete sie unter dem Mondlicht. Ich berührte ihr Gesicht und bemerkte, dass etwas falsch war. Ich kniete mich hin und versuchte, einen noch näheren Blick zu bekommen. Doch dann hörte ich etwas. Eine Art unterdrücktes Geräusch… wie ein Keuchen.

Es kam von der Puppe. Ich fing an zu schreien und ließ sie zu Boden fallen, als ich entsetzt aufsprang, extrem zitternd. Ich presste mich an die Wand und schrie nach meinen Eltern. Auf einmal wurde alles surreal.

 

 

Die Wand neben der Tür bäumte sich auf, als wäre da ein Blubbern zwischen der Farbe und dem Zement. Langsam kamen Brüche zum Vorschein und wurden immer mehr. Die Farbe fiel stückweise ab, landete auf dem Boden und enthüllte eine blaue Tür.

Ich hatte nicht die leiseste Idee, was los war. Diese Dinge existierten nur in Büchern oder unserer Imagination, aber zu meinem Erstaunen fühlte ich, als etwas aus dieser Tür kam.

Ich konnte die gleichen schwarzen Hände sehen, die auch in meinen Albträumen gewesen waren.

„Freust du dich nicht über Daisys Besuch?“, fragte das Monster, das auf der Türschwelle stand. „Ich mochte sie auch nicht, weißt du? Sie hat viel geschrien.“

Daisy? Was hatte sie damit zu tun?

Verwirrt sah ich mich um, nach der Präsenz meiner Freundin suchend, die offensichtlich nicht mehr da war. Mein Blick fiel auf die Puppe. Das blonde Haar und das Gesicht aus Wachs kamen mir seltsam bekannt vor. Mein Atem stockte.

Ein Albtraum, es musste ein weiterer Albtraum sein. Ich eilte zur Puppe hinüber und drehte ihr Gesicht mit zitternden Händen um. Ich legte mein Ohr über ihre Brust und hörte ein weiteres Geräusch neben dem schrecklichen Keuchen. Das Klopfen eines Herzens.

„Daisy! Daisy!“, verzweifelt weinte ich.

Es musste ein Albtraum sein. So etwas konnte doch nicht geschehen. Ich realisierte, dass meine Eltern neben meinem Raum waren. Nach den Geräuschen zu urteilen, hatten sie mich schreien gehört, aber das Monster blockierte den Eingang. Er schloss die Tür, sie in ihrer Fassung blockierend und deformierte das Holz. Meine Eltern vhämmerten auf der anderen Seite dagegen, und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Es sah nicht wie ein Traum aus, alles war komplett scharf. Es war realer als diese Albträume von Dunkelheit und Folter. Mein Herz klopfte so schnell, dass es weh tat. Ich konnte den Schweiß auf meiner Stirn fühlen und die Puppe zitterte in meinen Händen, die ich nicht still halten konnte.

Das Monster stand am Eingang, und bewegte sich nicht fort. In der Halb Beleuchtung konnte sich sein böses Grinsen sehen, als ob es auf meine Reaktion warten würde. Ich knöpfte Daisys Kleid auf. Sie sah so eingesperrt in dem ganzen Wachs aus, also begann ich zu graben und versuchte sie freizusetzen. Während ihr Stöhnen immer stärker wurde, grub und grub und grub ich… bis ich etwas nasses unter meinen Nägeln spüren konnte.

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Ich schaute auf meine Hände, die mit Blut bedeckt waren. Ihre Haut musste mit dem Wachs verschmolzen sein, und das Graben half ihr überhaupt nicht. Das Ding, das Daisy sein sollte, litt. Ihr Keuchen war fürchterlich, aber ihr Gesichtsausdruck war noch immer der einer regungslosen Puppe. Entsetzt zitterte ich. Ich musste mein Würgen unterdrücken. Auf einmal spürte ich, wie etwas meinen Arm packte.

„Meine prächtige Maggie, du hast deine Puppe ruiniert!“, rief das Monster aus, seine weißlichen Augen mit einem blassen grünen Licht funkelnd. „Du hast sogar Mr. Bunny auf den Boden geworfen, aber ich verzeihe dir. Du musst an deinen rechtmäßigen Platz zurückkehren: an meine Seite!“.

„Wer zur Hölle bist du?!“.

ich schüttelte mich wie wild in meinem Versuch mich loszureißen, während meine Eltern noch immer versuchten die Tür aufzubrechen. Der Ausdruck der Kreatur war voll mit Erstaunen.

„Ich bin Jason, der Spielzeugmacher“, rief er aus, „Dein treuer Freund, der Einzige dem du vertrauen konntest!“.

Als ich diesen Namen hörte, regte sich etwas in meinen Erinnerungen und jagte wie ein elektrische Schock durch meinen Körper.

Mein Vater schaffte es die Tür niederzubrechen und schaltete das Licht an. Als ich das Monster endlich sah, setzte der Anblick seines Gesichts eine Art Bombe los, die explodierte und meine Erinnerungen, die tief in meinem Gedächtnis vergraben waren, frei setzte.

 

 

Ich erinnerte mich an den Tag, an dem wir uns das erste Mal trafen. Die Spielzeuge schienen förmlich von seinen Händen zu sprießen. Ich erinnerte mich an sein freundliches Lächeln… das sich Schritt für Schritt in ein scharfes, sadistisches Grinsen verwandelte. An diesem Tag hatte er mich mit seiner Verbitterung überschüttet, da er erwartete, dass ich ihm mehr Aufmerksamkeit geben würde. Denn in seiner Arroganz dachte er, dass er alles von mir verdiente. Als er müde von mir wurde, zeigte er mir, was er wirklich war. Er enthüllte, dass er alle Leute um mich herum eliminiert hatte. Er kidnappte meine Freunde und verwandelte sie in seine „Spielpuppen“ und ich war immer dämlich genug, sie zu bewundern! Nach Hause zu fliehen war zwecklos, denn die blaue Tür erschien in der Mitte des Wohnzimmers. Er massakrierte meine Eltern; er nahm sich seine Rache, indem er sie von mir weg nahm und erwischte mich auch fast. Ich konnte mich aus seinen Fängen befreien und rannte so weit wie möglich weg von ihm. Egal wie weit ich rannte, der Geruch von Blut und verrottendem Fleisch hing noch immer in der Luft.

 

 

„Du warst es!“, ich war von meiner Wut besessen und fing an, ihn zu schlagen. „Du hast sie umgebracht!“.

Ich schlug ihn weiter, aber Jason lächelte, als ob es ihn kitzelte. Er zeigte keine Reue, mein Leben ruiniert zu haben! Er war ein besitzergreifendes Biest, das sich vor meinen kindlichen Augen hinter einem Engelsgesicht versteckte. Er konnte mir alles geben und zugleich alle um mich herum auslöschen. Er war teuflisch!

„Natürlich war ich es, meine prächtige Kreatur! Mr. Bunny hat es dir sogar gezeigt“, er lächelte, als wäre es eine selbstverständliche Wahrheit. „Ich habe viele Spielzeuge für dich gemacht, und ich kann es nicht abwarten, dir Maranda vorzustellen. Du kannst sie Mandy nennen, wenn du willst.“

Plötzlich traf ihn etwas am Kopf, was in Stücke zerfiel.

Mein Vater hatte einen Holzknüppel in der Hand und er zielte seinen Schlag auf den Kopf des Monsters, aber es war das Holz, das zerbrach. Jasons Lächeln wurde zu einem wütenden, finsteren Blick und er verstärkte seinen Griff um mein Handgelenk. Er drehte sich, und als mein Vater Jasons Gesicht sah, wurden seine Augen groß, und meine Mutter schlug ihre Hand vor den Mund, um ihre Schreie zu unterdrücken. Mein Vater verschwendete keine Zeit und versuchte erneut, mich zu befreien. Der Knüppel zerbrach entzwei mit dem Schlag auf das Gesicht des Spielzeugmachers, was diesen dazu brachte, mich loszulassen. Wir rannten aus dem Raum und eilten zum Eingang. Aber anstelle unseres Gartenwegs, war Jasons Werkstatt vor uns.

„Maggie, ich gebe dir eine letzte Chance.“, sagte Jason ruhig, die Treppen hinuntergehend. „Nach der ich die Wände rot mit dem Blut von denen um dich herum färben werde.“

„In der Küche, schnell!“

Wir rannten in die Küche, und hörten wie das Lachen des Monsters uns verfolgte. Auch als wir in der Küche waren, konnten wir durch die Fenster die kleine Fabrik des Spielzeugmachers sehen. Nun war ich hoffnungslos sicher, dass es kein Albtraum war. Der Terror überforderte mich, und Daisy Blut, dass an meinen Fingern klebte, war real als alles andere was ich spürte. Ich drehte mich um. „Wo ist Papa?“.

Meine Mutter griff nach einem Messer. Sie kam näher heran und hielt mich fest in ihren Armen. Sie rief nach ihm mit einer zitternden Stimme.

„Steven!“, und seufzte erleichtert auf, als sie ihn in die Küche kommen sah. „Beeil dich, bevor-“.

Die Stimme meiner Mutter starb ab. Genau wie ich, starrte sie auf Papas bleiches Gesicht. Er ging langsam, mit einem starren Blick, seine Augen weit aufgerissen. Auf einmal fiel er auf den Boden und hinter ihm erschien Jasons gefrorenes Lächeln. Der Spielzeugmacher sah mich mit einem verrückten Blick an.

„Papas Akku hat nachgelassen; er sollte wieder aufgeladen werden!“.

Jason enthüllte einen gigantischen mechanischen Schlüssel und stieß ihn in den Rücken meines Vaters. Der Schlüssel war schon blutbefleckt, und Jason drehte ihn mit Kraft, den Rückgrat meines Vaters verdrehend. Bei der zweiten Drehung schrie ich und hielt mir meine Ohren zu, um das Geräusch brechender Knochen zu verdrängen, aber ich konnte meinen Blick nicht vom Körper meines Vaters abwenden, welcher sich wie eine Schlage verdrehte.

 

„Geh weg! Hau ab! Lass mein Kind in Ruh!“, meine Mutter presste mich dicht an ihre Brust, und trotz des Terrors und der Tränen die sie schied, sah sie wie eine Löwin, die ihr Junges schützte, aus. „Stille, Weib! Ich will nicht mir dir reden!“, knurrte der wütende Spielzeugmacher, und am Ende zeigte er mit seiner weißen Klaue auf mich. „Komm mit mir, meine süße Freundin. Wir werden zusammen Spaß haben, wir werden gemeinsam lachen. Genau wie damals.“.

„Nein, du bist nur ein verrückter Psychopath! Ich weiß nicht was für eine Art Monster du bist; ich hab nicht die leiseste Ahnung wie du existieren könntest, aber eins weiß ich genau! Du musst für immer aus meinem Leben verschwinden!“.

als er meine Ablehnung hörte, trübte Jasons Gesicht sich, und seine Augen funkelten vor Zorn. Er fing an zu toben, sich zu verrenken und den Kopf zu schütteln, als ob er meinetwegen über die Kante gebracht wurde.

plötzlich entspannte sich sein wütender Ausdruck, aber nicht sein vorheriges verrücktes Lächeln. „Da ich alles für dich getan habe, gibt es wirklich keine andere Erklärung. Es ist etwas falsch mit dir.“, er unterstrich es mit einem anklagenden Blick, „Du warst ein böses, böses Mädchen, also werde ich dich reparieren müssen…“ .

„Wa- Was?“, genau wie meine Stimme, zitterte auch ich.

„Du hast mich gut gehört, du undankbare Schlampe! Ich werde dich reparieren, damit du wieder erzogen bist.“, er kicherte „Du wirst eine sehr schöne Puppe!“.

meine Mutter, die paralysiert von Jasons Tirade gewesen war, erwachte aus ihrem Zustand und richtete ein Messer auf ihn, „Wenn du es wagst sie auch nur zu streifen, bring ich dich um!“.

Jason sah meine Mutter mit einem herausfordernden Blick an, und kam langsam näher. Das Messer zitterte in der Hand meiner Mutter, während der Spielzeugmacher keine Regung zeigte. Sie konnte die Spannung nicht aushalten. Sie schob mich hinter sich und schleuderte sich auf ihn. Meine Mutter stach ihm ins Herz und die Augen des Monsters wurden groß. Er verzog sich vor Schmerzen, seine dunklen Augenbrauen wölbten sich und meine Mutter lächelte triumphierend. „Nur ein Scherz!“.

In diesem Moment erschien das Grinsen auf Jasons Gesicht wieder. Er öffnete lässig seine Arme, ohne überhaupt das Messer aus seiner Brust zu entfernen. Meine Mutter war geschockt und stand für einige Sekunden still. Aber sie war von Verärgern besessen und begann mehrfach auf ihn einzustechen, verzweifelt, ihn irgendeine Reaktion haben zu lassen. Das ekelerregende Geräusch des von dem Messer durchbohrten Fleisches war deutlich zu hören, und auch das Hemd zerriss, aber Jason hielt sein Gleichgewicht perfekt.

„Es reicht jetzt“, kommentierte er gelangweilt. Direkt danach schlug er meiner Mutter ins Gesicht, wodurch sie gewaltsam zu Boden fiel. „Ich werde Schwierigkeiten haben, wenn du sie gekratzt hast.“.

Ich ging schnell zu meiner Mutter und half ihr auf die Knie. Die Seite ihres Gesichts war schon geschwollen. Meine Augen flogen zu dem Spielzeugmacher. Ich wartete auf seine sofortige Rache, war aber wie versteinert, als ich einen Blick darauf bekam, was er machte.
Er knöpfte sein Hemd auf und grub seine Nägel in seine Brust, nahe der Wunden, die er von dem Messer bekommen hatte. Er sank seine Klauen in sein Fleisch und begann es in die andere Richtung zu ziehen. Die Wunde tauchte als ein kleiner Riss in der Mitte auf, der immer größer wurde, als Fleisch und Haut wie Papier rissen. Eine dicke, schwarze Flüssigkeit tropfte auf den Boden. Es war kein Blut. Selbst wenn es das gewesen wäre, hätte es verfault sein müssen. Etwas funkelte in seinem offenbarten Brustkorb.

„Du hast vermutlich vergessen, wie sehr ich mich für meine prächtige Musikbox sorge.. Aber zum Glück ist alles in Ordnung.“.

Er nahm seine Hände von seiner entblößten Brust und verdeckte das Loch mit seinem Hemd, die Musikbox versteckend, die von seinem Inneren zu spielen begann. Dann kam er näher und ich wollte schreien, betteln, aber das Grauen, das ich mit angesehen hatte, hinterließ mich vollkommen paralysiert, unfähig irgendetwas zu machen, außer mich an meine Mutter zu pressen. Es benötigte nur ein Ziehen des Spielzeugmachers, um sie aus meinen Armen zu entwenden. Er nahm sie ohne Anstrengung hoch und drückte sie an seine Brust, damit sie sich nicht herauswinden konnte. Er schlang einen Am um ihren Hals, während der Andere ihre Hand brach, mit der sie ihn gestochen hatte.

„Jetzt zeige ich dir, was mit denen passiert, die mich aufhalten wollen, Mama.“, langsam beugte er ihren Arm in die entgegengesetzte Richtung. Sie weinte vor Schmerz und versuchte sich zu befreien, aber das Monster war stark genug ihr Glied zu beugen, und brachte den Knochen hervor. Meine Mutter versenkte ihre Nägel in seiner schwärzenden Haut, welche zerbröselte und einen Übelkeit erregenden Geruch produzierte, aber sie konnte sich nicht befreien, da sein Halt zu fest war.

„Okay, ich komme mit dir!“, schrie ich mit all der Kraft, die ich noch in meinem Körper hatte.

Jason hob seinen Blick und sah mich ernst an. Meine Mutter wurde blasser durch den Schmerz und den Blutverlust. Sie brauchte meine Hilfe, aber es gab nichts was ich tun könnte, außer mich dem Spielzeugmacher auszuliefern.

„Du kannst mich mit dir nehmen, aber lass meine Mutter in Ruhe“, sagte ich mit meiner zitternden Stimme. „Schließlich sind wir Freunde, oder?“.

Ich versuchte überzeugend zu lächeln, trotz dem Fakt, dass ich von oben bis unten zitterte und meine Augen sich mit Tränen füllten. Jason grinste. Er war ausgesprochen zufrieden und erfreut mit seinem Sieg.

„Exzellente Wahl, Maggie.“.

In diesem Moment nahmen seine Arme ihre normale Farbe wieder an. Seine Wunden verschlossen sich in wenigen Sekunden, und er hatte wieder sein normales Aussehen. Sein Gesicht war wieder normal… aber ich wusste schon, was er hinter diesen bernsteinfarbenen Augen verbarg.
Es sah so aus, als würde Jason meine Kapitulation akzeptieren, aber bevor er meine Mutter in Ruhe ließ, holte er eine kleine rote Maus aus seiner Tasche. Sie war ganz klar ein Spielzeug, eines mit einem Aufziehschlüssel. Er griff meine Mutter an ihrem Kiefer und drückte die Maus in ihren Mund.

„Was ist los, Mama? Hat die Maus deine Zunge gestohlen?“, amüsiert lachte er und schob sie von sich weg.

Plötzlich sah ich die Augen meiner Mutter; sie waren weit aufgerissen und voller Furcht. Dann kam ein Licht, gefolgt von einer Explosion. Meine Mutter fiel zu Boden, ein Blutfleck breitete sich unter ihrem Körper aus. Blut und Fleischstücke landeten auf mir. Ich war vor der Leiche meiner Mutter wie paralysiert, während Jason nicht aufhören konnte zu lachen.

„Wa-Warum hast du das getan?“.

Der überwältigende Schatten des Spielzeugmachers überdeckte mich, als er sich zu mir nieder kniete. Sein Gesicht war nur verunstaltet von einer Kluft in seinem Fleisch, gebracht von dem Knüppel.

„Weil ich nicht mehr dein Freund bin, du kleines Miststück. Jetzt bin ich dein Erschaffer“, er packte mich am Arm und zog mich mit ihm mit.
„Jetzt… lass mich dich reparieren.“.

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Translated by Noah - Instagram

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